Stadtgeschichte von Lübeck

Holstentor in Lübeck 819 siedeln Slawen am Zusammenfluss von Trave und Schwartau. 1138 zerstören heidnische Slawen "Liubice". Graf Adolf II von Schauenburg gründet schließlich 1143 die Stadt Lübeck als kaufmännische Siedlung. Doch schon 1157 verlassen die Siedler die Stadt wieder, Schuld daran ist ein, alles vernichtender, Stadtbrand. 1159 bekommt Heinrich der Löwe den Hügel und errichtet die Stadt Lübeck erneut. 1160 wird die Stadt Bischofssitz und 1173 wird der der Dombau begonnen. Zuvor wurden die Kirchen St. Marien und St. Petri geweiht (1170). Als der Stadtvater, Heinrich der Löwe, 1181 geächtet wird, übernimmt Friedrich Barbarossa die Stadt und durch ihn erhält sie zahlreiche Vorrechte.

1201 wird die Stadt für 25 Jahre dänisch, 1227 erringen die Lübecker den entscheidenden Sieg bei Bornhöved. In Folge dessen wird die dänische Vormachtsstellung im Norddeutschen Raum endgültig zurück gedrängt. 1226 erhält Lübeck von Kaiser Barbarossa das Reichsfreiheitsprivileg und ist stolze 711 Jahre eine freie Reichsstadt. Durch die Reichsprivilegien steigt Lübeck zur mächtigsten Handelsstadt an der Ostsee auf und ist für lange Zeit das Haupt der Hanse. 1239 ensteht eine Stadtmauer und 1241 wird zur Sicherung des Landhandels ein Bündnis mit Hamburg geschlossen.

Ab 1251 baut man in der Stadt mit Backsteinen, denn ein verheerender Stadtbrand verwüstet die Holzbauten der Stadt. Das Heilig-Geist-Spital wird 1286 eingeweiht. Schon im Jahr 1289/91 staut man die Wakenitz auf. Und die Position Lübecks innerhalb der Hanse wird 1293 mit dem Beschluss den Lübecker Rat als höchste Rechtsinstanz anzuerkennen, gestärkt. 1329 wird den Grafen von Holstein die Stadt Travemünde abgekauft, zudem erwirbt man eine Herrenfähre. Und als erste deutsche Stadt darf Lübeck 1340 Goldgulden prägen, denn sie erhält von Kaiser Ludwig dem Bayer das Prägungsrecht.

Drei Jahre später bestätigt der König von Schweden und Norwegen Magnus die Vorrechte deutscher Kaufleute in Bergen und den schornischen Märkten. So werden die Auslandsniederlassungen gestärkt.
Die erste Pestepedemie wütet von 1349-1350 in Lübeck. 1350 und 1356 werden einmal die Marienkirche und dann das Franziskanerkloster St. Katharinen geweiht. Der erste Hansetag in Lübeck 1358 belegt erstmals urkundlich den Begriff "Städte von der deutschen Hanse". 1375 besucht Kaiser Karl V die Stat.

1380-1384 herrschen Unruhen in der Stadt, da die Handwerker von nun an im Stadtrat beteiligt sein wollen. Bisher war es nur Kaufleuten gestatten Ratsmitglieder zu werden und da die Umsturzpläne frühzeitig entdeckt werden, bleibt dies auch so. Mit der Eröffnung des Strecknitzkanals erhält die Stadt 1397 eine Verbindung zur Elbe und Deutschland seinen ersten Schleusenkanal. Was der Umsturzversuch von 1380-1384 nicht erreichte, nämlich die Beteiligung der Handwerker am Rat, erreichte ein erneuter Bürgeraufstand 1408. Es wird ein neuer Rat, mit Handwerkern, gebildet, der alte Rat flieht. Doch schon 1415 kehrt dieser, nach Vermittlungsgesprächen von anderen Hansestädten, in die Stadt zurück und somit kehrt wieder Frieden ein. 1444 wird das Burgtor und 1479 das Holstentor vollendet.

1474 werden die hansischen Privilegien bestätigt. 1529-1530 wird die Reformation in Lübeck eingeführt, allerdings gegen den Willen des Rates. Der Anführer dieser Bürgerschaftsbewegung ist Jürgen Wullenwever, er versucht zudem mit Kriegen gegen Holland, Dänemark und Schweden die Lübecker Vormachtstellung zu erzwingen. Diese Kriege scheitern und er wird erst abgesetzt und schließlich hingerichtet. 1535 erbaut man eine neue Stadtbefestigung. 1563-1570 findet der letzte Seekrieg der Stadt statt, diesen verliert Lübeck an der Seite von Dänemark gegen die Schweden. 1669 ist die letzte Zusammenkunft von Hansestädten in Lübeck. Bremen, Hamburg und Lübeck sind bis ins 20. Jahrhundert freie Städte und bilden so das Erbe der Hansestädte. Im selben Jahr wird die Bürgerschaft an der Ratsbildung beteiligt. Der Handelsvertrag mit Frankreich, 1716 sichert vor allem den Rotweinhandel.

Auch der Reichsdeputationshauptschluss kann die Freiheit von Lübeck nicht einschränken, denn sie ist eine der letzten 6 freien Reichsstädte. Als Napoleon seinen Eroberungsfeldzug durch Europa antritt, wird auch Lübeck 1806 besetzt und leidet unter den Plünderungen der französischen Soldaten. Bis 1813 dauert die französische Herrschaft, aber erst 1815, nach dem Wienerkongress ist die Stadt wieder frei und tritt im selben Jahr dem deutschen Bund bei (bis 1866).
Zwar ist Dänemark gegen die Eisenbahnverbindung Lübeck-Bünchen, doch 1847 beginnt der Bau der Trasse und diese wird 1851 eingeweiht. Die allgemeinen revolutionären Bewegungen von 1848 in Deutschland bringen auch Lübeck eine Verfassungsänderung und schließlich ein frei gewähltes Parlament.

Neue innerdeutsche Bahntrassen verbinden Lübeck mit Hamburg (1865) Mecklenburg (1870) und Kiel (1873).
1866 tritt die Stadt dem Norddeutschen Bund bei und führt zudem die Gewerbefreiheit ein.
Dem neu entstandenen deutschen Kaiserreich schließt sich 1871 Lübeck als Bundesstaat an. Der Elbe-Lübeck Kanal wird 1900 fertig gestellt. Die Industrialisierung hatte in Lübeck erst schwach begonnen, aber durch fleißige Förderung der Stadtväter siedelten sich bald einige Firmen an. 1906 wird z.B ein Hochofenwerk gebaut. 1920 tritt die parlamentarische Landesverfassung in Kraft.

Die Souveränität Lübecks endet erst mit der Machtergreifung Adolf Hitlers und der Abschaffung der Reichsfreiheit 1937. Nun ist Lübeck Teil der preußischen Provinz Schleswig Holstein. 1942 fällt ein großer Teil der Altstadt den Bombenangriffen der Alliierten zum Opfer und es ist der Verdienst des Schweizer Carl Jacob Burckhardt und des Hamburger Bankiers Eric Warburg, dass nicht noch mehr Bausubstanz beschädigt wurde. Denn sie aktivierten das internationale rote Kreuz, dass über Lübeck Hilfspakete an skandinavische KZ Insassen sendete. Das rote Kreuz bat, um die Versorgung mit Hilfspaketen sicherzustellen, um Einstellung der Bombardierung.
2.5.1945 besetzten die Briten die Stadt.

1945-1948 ist Lübeck Auffangbecken für über 90.000 Vertriebene. Durch die neue Grenzziehung und die Kriegsschäden ist die Stadt erstmal in ihrer Verkehrsanbindung und in wirtschaftlichen Aspekten isoliert. Ab 1949 erfolgt der Wiederaufbau der Altstadt und der Kirchen. 1961 sind schließlich alle Kirchtürme wieder an ihrem Platz. 1950 wird die Schleswig-Holsteinische Gemeindeordnung in Form einer neuen Stadtverfassung auch in Lübeck eingeführt. 1975 wählt man Lübeck als Pilotprojekt für eine behutsame Stadtsanierung aus. So wird die Stadt jahrelang Schwerpunkt für Sanierungsarbeiten in der BRD. 1987 ist schließlich mit der Sanierung der Altstadtkirche St. Petri, der Wiederaufbau abgeschlossen und Lübeck wird in die Weltkulturerbe Liste der UNESCO aufgenommen. 1993 feiert Lübeck 850 Jahre Hansestadt.